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Ökoherd. Nachhaltige Einkommensquelle für kenianische Witwen - abgeschlossen




Ökoherd

Ausgangssituation

Die Tradition in Kenia zwingt verwitwete Frauen dazu, den nächsten Verwandten ihres verstorbenen Ehemannes zu heiraten. Weigern sie sich, werden die Frauen aus der Gemeinschaft verstoßen. Um Überleben zu können brauchen die Witwen aber eine Dorfgemeinschaft, die ihnen Sicherheit und eine Lebensgrundlage bietet. Deshalb sind die Frauen ins Dorf Rabour geflohen. Ihr Lebensstandard dort ist aber sehr schlecht. Sie kochen zum Beispiel in kleinen Hütten mit Öfen und Feuerstellen, die sehr viel Ruß entwickeln. Die enorme Menge an Ruß stellt für die Witwen eine gesundheitliche Belastung dar. Unser Ziel ist es, den Frauen dabei zu helfen, gesunde und einfache Alternativen dafür zu finden.

Zielgruppe

Ungefähr 60 Witwen leben in dem Dorf Rabour, das in der Nähe von Kisumu am Victoriasee liegt. Wir wollen diesen Frauen eine Möglichkeit bieten, den gesellschaftlichen Zwängen zu entfliehen. Wir möchten es ihnen ermöglichen, ihren eigenen Lebensstandard zu verbessern. Außerdem wollen wir ihnen die Chance bieten, mit dem neu erworbenen Wissen eine langfristige Erwerbsquelle zu erschaffen, indem sie mit den neuen Kenntnissen  Produkte herstellen, die verkauft werden können. Das sichert ihr Einkommen und vereinfacht ihr Leben.

Unternehmerischer Ansatz

Um die stark rußenden Öfen zu ersetzen, haben wir den Witwen beigebracht, aus „Müll“ Solarkocher herzustellen. Dazu sind Anfang Februar zwei Ingenieurstudenten unseres Teams nach Kenia geflogen, um den Witwen das Konzept und die Herstellung dieser Kocher zu erläutern. Um die Schwierigkeit des Schweißens, was bei den ursprünglich geplanten, paraboloid-förmigen Kochern nötig war, zu vermeiden, lernten die Witwen eine simplere „Kocherbox“ herzustellen, die einfacher zu bauen ist und trotzdem den gewünschten Effekt erzielt. Die ersten fertigen Kocher wurden im Dorf verteilt. So lernen die Frauen, wie sie bedient werden und was beim Benutzen zu beachten ist. Beispielsweise müssen die Solarkocher regelmäßig gesäubert werden, da sehr viel Staub in der Luft ist und dieser die spiegelnde Fläche bedeckt, sodass die Sonne nicht mehr durchdringen kann. Wenn die Witwen versorgt sind und sich mit den Kochern und ihrer Herstellung gut auskennen, werden die weiteren Produkte für den Markt und die Umgebung angefertigt.

Empowerment

Wir entwickelten Konzepte, wie aus möglichst viel recycelbarem Müll die Kocher gefertigt werden können. Die Witwen lernten in Workshops vor Ort den Umgang mit den vorhandenen Materialien und die Fertigung des Solarkochers. Ein eigens dazu von uns verfasstes Handbuch zur Herstellung der Kocher hilft den Frauen dabei. Ebenso erlernen sie betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse, die es ihnen ermöglicht, die angefertigten Produkte nicht nur für den Eigenbedarf zu nutzen, sondern diese gut zu vermarkten und an die Umgebung weiterzuverkaufen. So werden die Absatzwege weiter ausgebaut. Je mehr Kocher gebaut werden, desto schneller und effektiver erfolgt die Herstellung. Mit dem Verkauf der Kocher an die umliegenden Dörfer erwirtschaften die Witwen einen Gewinn von 800€ innerhalb des nächsten Jahres.

Livelihood

Durch die Ökoherde verbessert sich nicht nur die gesundheitliche Situation der Witwen, sie sparen zusätzlich Geld, das sie üblicherweise für den Kauf von Feuerholz ausgeben mussten.

Projekt-Nachhaltigkeit

Wir arbeiten mit dem sozialen Verein Sindiso e.V. zusammen, der sich schon seit 2001 in diesem Dorf engagiert und bereits mehrere Projekte vor allem für die Kinder umgesetzt hat. In enger Zusammenarbeit setzen wir das Projekt um. Unser Ziel ist es den Witwen eine unabhängige Lebensgrundlage zu schaffen und ihnen dadurch die Reintegration in die Gemeinschaft zu ermöglichen.

OnePager Ökoherd

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